ole!- plejaden in spanien
am 24.07.1998 trafen nasch, guni, yami, sabse, rebekka und ich uns an der
matthäuskirche. nachdem wir noch schnell eine vergessene provianttüte abholten und am
bahnhof die nichtmitfahrer und mitfahrer ihre tränen vergossen hatten, konnten wir unsere
fahrt nach spanien starten. die (nicht ganz 20-stündige) busfahrt war furchtbar, denn es
war heiß, unbequem, und hinter guni und mir saß eine schrecklich nervige labertasche, so
dass man kein bißchen schlafen konnte. nachdem wir endlich in barcelona angekommen waren
und eine jungenherberge gefunden hatten, ging`s erstmal auf stadterkundung. dabei machten
wir schon bekanntschaft, mit den "auto"-spaniern. alle naselang wurde man
angehupt, die insassen lachten, winkten und riefen. am nächsten tag fuhren wir dann in
die pyrenäen nach ribes de freser. nach der mittagspause, in der ich mein schüsselchen
aus dem fluss reten musste, marschierten wir munter los. mit coolie-brille und
taschentüchern auf dem kopf liefen wir die berge hoch, auch rebekka, die sich schon beim
stadtbummel einen wolf gelaufen hatte. doch dann sank unsere stimmung, nachdem wir einen
schönen berg raufgestiefelt waren und dann feststellten, dass es der falsche weg war.
also zurück bis zu dem haus, wo nasch von einem hund verfolgt wurde. in der nacht
erreichten wir dann ein kleines bergdörfchen, wo wir uns etwas außerhalb auf eine wiese
knallten, die leider etwas zu schräg war, um gut schlafen zu können. es war wie auf
einer rutschbahn. am montag mussten wir nur bergauf, doch endlich auf dem berg angekommen
gab es eine große enttäuschung: anstatt einer schönen aussicht erwartete uns eine dicke
nebelwand. glücklicherweise fanden wir unseren weg, der uns zu einer alten berghütte
führte, wo wir die nacht verbrachten. bei schönen sonnenschein wanderten wir dann auf
der anderen seite bergab. nach einigen pausen, in denen rebekka ihre blasen aufstach,
kamen wir abends an ein dorf, wo wir unter einer brücke schliefen. sehr gemütlich!
dafür entschädigte uns später ein leckeres mittagessen auf dem dorfplatz mit
riesenbrotscheiben. eigentlich wollten wir nun einen ruhetag einlegen, doch unser neuer
lagerplatz, eine alte ruine, lag verlassen im wald, ohne wasser in der nähe. deshalb
machten wir uns am nächsten tag wieder auf die sokken und lagerten auf einer wiese
(camping verboten), die voller spinnen war und oberhalb einer jugendherberge lag, wo wir
sogar wasser holen konnten.
rebekka bekam striktes laufverbot. in castellfolit angekommen, teilten wir uns in zwei
gruppen, um nach ripoll zu trampen. die spanier finden es offenbar sehr lustig, wenn
sie tramper sehen: wink, hup, hup, grins. nachdem wir ein paar zu schnellen rasern dankend
abgelehnt hatten, die mit quitschenden reifen vor uns hielten (wir wären entweder sehr
schnell oder gar nicht angekommen) wurden wir dann doch endlich mitgenommen. in ripoll am
hauptbahnhof trafen wir dann nasch, sabse und rebekka wieder. dort machten wir
bekannschaft mit ein paar bubis, die einen auf spanisch vollredeten und uns dann bis zum
busbahnhof folgten. es ging dann schnell wieder nach ribes de freser, aber dort war das
wetter so schlecht, dass wir nach einer gewitternacht im kuhstall schnell in den süden
flüchteten. in castelldefels an der costa daurada hatten wir einen schönen und billigen
kohtenplatz. direkt am strand, hundert meter bis zum meer. doch in der dritten nacht
wurden wir plötzlich von stimmen und taschenlampen geweckt. "was ist denn jetzt
los?" dachten wir. mist, die polizei! wir schälten uns schnell aus dem schlafsack
und standen dann zwei (gutaussehenden) jungen polizisten gegenüber, die unsere ausweise
sehen wollten. draußen vor der kohte lag noch ein kleiderhaufen, das war yami, die
draußen schlief. da drei von uns noch unter 16 jahren waren, und nasch die anmeldung
nicht mit hatte, wußten die polizisten nicht, was sie mitten in der nacht mit sechs
mädels machen sollten. doch dann kam ein dritter, älterer polizist, der wußte halbwegs,
was zu tun war.wir versprachen, am nächsten morgen abzureisen und durften den rest der
nacht in unserer kohte bleiben.
den zweiten teil unseres badeurlaubs wollten wir in rose, an der costa brava
verbringen. dort war jedoch alles von touristen überflutet und wir bekamen keinen
camping-platz mehr. wir schlugen uns also mit singen an der strandpromenade die halbe
nacht um die ohren. das war sehr lustig und wir sangen sogar über 20 mark zusammen.
bemmerkungen wie:"das klingt ja wie die heilsarmee, das haben wir in deutschland
auch!" konnten uns nicht aus dem takt bringen. hinter ein paar tretbooten dämerten
wir dann dem morgen entgegen. als ich aufwachte sah ich neben guni einen typen hocken, der
guni auf französisch volllaberte. später kamen noch zwei andere franzosen dazu. der eine
wollte dauernd etwas auf deutsch wissen, zum beispiel "hunde haben häufig
hunger". unglücklicherweise immer wörter mit h ( `unde `aben `äufig `unger).
nachdem der erste franzose merkte, dass guni wirklich nicht mit ihm spazieren gehen
wollte, versuchte er dasselbe bei mir, da er damit kein glück hatte versuchte er, nasch
zum schwimmen zu überreden. wir verließen dann den touri-ort so schnell wie möglich und
fuhren zum dritten mal nach ribes. diesmal nahmen wir das bergbähnchen in die wirklich
hohen berge, bis nach nuria, einem kleinem feriengebiet. yami überwand sogar ihre
höhenangst und wir fuhren mit der seilbahn zur jugendherberge. dort gab es leckeres
abendessen, und wir sahen einen kleinen fuchs, der etwas aus einer mülltüte klaute. bei
schönstem wetter kletterten wir dann auf den 2910m hohen puigmal. rebekka blieb unten auf
dem campingplatz, da es ihr nicht gut ging und yami leistete ihr gesellschaft. den
mühsamen aufstieg über eine heuschreckenwiese (wo ich eine im schuh zerquetschte) und
eine geröllhalde entlohnte uns dann die tolle aussicht auf dem gipfel. nachdem wir auf
der französichen seite zu mittag gegessen hatten, machten wir noch ein paar gipfelbilder.
wieder unten in nuria bauten wir auf einer miniparzelle unsere kohte auf. der halbe
campingplatz schaute zu und klatschte. am nächsten tag ging`s wieder nach barcelona, wo
wir noch etwas kultur genießen wollten. also fuhren wir zur gaudi-kirche und sahen uns
sie von außen an (eintritt war zu teuer), dann blieben wir am rummelplatz hängen und
vergnügten uns mit loopings und autoscooter. die jugendherberge war total eng und
versifft, und sie war so voll, dass wir für sechs leute nur drei betten bekamen. wir
schliefen also zu zweit in einem bett.
wenigstens war sie rund um die uhr offen (nicht wie die andere, wo wir über den
bauzaun klettern mussten). nach einem abschiedsabendessen und einem cocktail wurden wir
noch zeugen einer polizeirazzia an der strandpromenade. die straßenverkäufer schnappten
plötzlich ihre decken und waren ruck-zuck weg. nur einen hatte es erwischt, der schimpfte
auch dementsprechend. nachdem wir noch dem wachsoldaten "hola!" gesagt hatten
und nasch beinahe auf eine kakerlake getreten wäre, fanden wir noch ein gutes
fortbewegungsmittel für fusskranke kreuzfahrer (eine schiebbare oma-gehhilfe). am
nächsten tag, nach dem großeinkauf, ging`s zurück nach deutschland. eine schöne,
unvergessliche großfahrt ging zu ende.
leo