wenn man nicht mehr hortling oder hortenführer ist, kann es mitunter schwierig werden, noch auf fahrt zu gehen. termine, urlaub, ein paar andere leute, die mitwandern wollen - gar nicht so einfach. da die kreuzfahrer im erkennen von problemen im regelfall nicht schlecht sind, hatten wir uns schon letztes jahr darüber unterhalten und die idee einer fahrt für die „älteren semester“ gehabt. nun, im juli dieses jahres stand dann ein halbes dutzend „ältere“ mit gepackten affen auf dem parkplatz eines kleinen dorfes im westerwald.
wir hatten uns vorgenommen, entlang der westerwälder seenplatte zu wandern und dabei einige der seen abzuklappern. das wetter war prima und schon bald hatten wir die zivilisation hinter uns gelassen und folgten dem weg in den wald. in anbetracht der hohen temperaturen gerieten wir schon bald ziemlich ins schwitzen und begannen mit den in schweden erlernten mückenabwehrmanövern, da sich der waldbach und die danebengelegene wiese bald als wahre brutstätte der nervigen kleinen viecher erwiesen. irgendwann fiel uns dann auf, dass die mücken scheinbar kein interesse an christine hatten und uns bevorzugten. wir lernten, dass es neuerdings auch homöopathische mückenmittel zum schlucken gibt, die scheinbar sogar wirken. uns anderen blieb nur der griff zur (autan)flasche.
nach einer weile fanden wir dann einen netten lagerplatz unweit des baches und bauten die kohte auf. es gab zwar ein standardabendessen, nämlich tomatensuppe, aber dann zog kathrin aus ihrem rucksack ein bündel (nach einen kleinen missgeschick etwas platte) bananen und schokolade, so dass wir kurz darauf um das feuer saßen und bananoir futtern konnten, die wir in den pfannen gebrutzelt hatten. derart gesättigt gingen wir schlafen.
der nächste morgen begann mit einem frühstück im strahlenden sonnenschein. nachdem wir die kohte abgebaut hatten, liefen wir weiter in richtung hachenburg. zwar ging es meist im wald entlang, doch bei den temperaturen wurde uns schnell warm. doch als wir kurz vor hachenburg ankamen verschwand die sonne hinter wolken.
wir verabredeten uns an der touristinfo, dann lief ich los, um mir noch einen ersatz für die vergessene badehose zu besorgen.

doch bald fing es an zu grummeln und der himmel wurde dunkler. als ich an der information ankam, war von den anderen noch nichts zu sehen. kaum hatte ich den affen abgestellt, begann es auch schon zu regnen, was sich jedoch innerhalb weniger minuten zu einem heftigen gewitter ausweitete. die nette dame von der information lud mich zu einer tasse kaffee ein und schaute im internet nach dem aktuellen wetterbericht. diese suche fiel nicht gerade zu meiner zufriedenheit aus, da für den restlichen tag schwere gewitter angekündigt wurden.
inzwischen waren auch die anderen eingetroffen und wir quartierten uns unter dem dach einer bühne auf dem marktplatz ein und machten erst mal mittagspause. das war eine gute idee, denn mittlerweile hatte es sich richtig eingeregnet. dazu donnerte und blitzte es kräftig.
wir überlegten, was wir jetzt am sinnvollsten machen sollten und beobachteten derweil eine hochzeit in der schlosskirche. da wir mit unseren überlegungen noch nicht fertig waren und es noch immer regnete, vertagten wir die endgültige entscheidung bis auf weiteres und zogen in ein eiscafé um.
das zahlte sich aus, denn als wir unser eis gegessen hatten, kam auch die sonne wieder zum vorschein und wir setzten unsere wanderung fort. so wie es eben noch heftig gewittert hatte, so schien jetzt gnadenlos die sonne als wir hinter hachenburg wieder den berg hochstiegen. auf dem kamm angekommen liefen wir in richtung des größten der seen, dem dreifelder weiher. unterwegs machten wir noch rast an einem fernmeldeturm von dessen aussichtsplattform in 33 m höhe man eine tolle aussicht hatte.

gegen abend bezogen wir dann einen lagerplatz etwa anderthalb kilometer östlich des sees. während wir gerade am kochen waren, wurde es auf einmal immer windiger. dann wurde es innerhalb weniger minuten schlagartig finster, als dunkle wolken sich über die baumwipfel schoben und das grummeln aus der ferne einem stetig lauter werdenden donnern wich. schnell verzogen wir uns in die kohte, als über uns ein extrem heftiges gewitter hereinbrach. es krachte ohne unterlass, während es in strömen regnete. zu allem überfluss brach auch noch die kohtenstange, so dass wir uns mitten im gewitter eine neue suchen mussten.
nach etwas angespannten fünf minuten stand die kohte jedoch wieder ordentlich und wir konnten uns endlich über unser abendessen hermachen. währenddessen lauschte aber jeder angespannt nach dem nächsten krachen und verdächtigem knacken. aber nichts passierte und nach etwa einer stunde zog auch das gewitter weiter.
am nächsten morgen bedankten wir uns bei den stabilen buchen unter denen wir die kohte aufgebaut hatten und betrachteten den in der nähe befindlichen, arg zerzausten nadelwald.
nach etwa einer stunde und einer „abkürzung“ durch dickicht und sumpf erreichten wir steinebach, wo wir die autos abgestellt hatten.
uwe und helga mussten schon wieder zurück, doch wir vier übrigen suchten uns einen badesee, zumal das wetter wieder sehr viel versprechend aussah.
der ausgewählte badesee mit der hochtrabenden bezeichnung „strandbad“ hatte es jedoch in sich (im wahrsten sinne des wortes): zunächst musste man sich durch 30 m seegras in der uferzone hindurcharbeiten, das stets dafür sorgte, dass man mit den füßen irgendwo hängen blieb. endlich auf einer kleinen künstlichen insel angekommen, stellte christine dann zu ihrer großen freude fest, dass sich zwei blutegel als blinde passagiere an ihre füße gehängt hatten. leider ließ sich jens nicht dazu überreden, alleine zurück zu schwimmen und ein tretboot zu holen, so dass wir alle wieder die ganze strecke zurück mussten.
danach hatten wir vom wasser genug und aßen zu mittag. kurz darauf begann es wieder sich zu verdunkeln und wir gingen zurück zu den autos. keine minute zu früh, denn schon bald fing es schon wieder an zu regnen. auf der autobahn jedoch ging es erst richtig los: es stellte sich heraus, dass das gewitter vom letzten abend wohl nur eine lasche generalprobe gewesen war. bald stand die autobahn unter wasser und es ging nur noch im schneckentempo voran während es draußen krachte und schüttete, als ob eine neue sintflut kommen würde. dieses gewitter hatte auch einen recht langen atem und so waren wir froh, es bei idstein gegen einen stau eintauschen zu können, wo wir die die anderen autofahrer mit bonbonwürfen von auto zu auto erstaunten.
gegen vier uhr waren wir in wiesbaden, wo das wetter wieder bestens war. fazit: es war höchste zeit, mal wieder auf fahrt zu gehen und wir wurden mit einem bunten querschnitt der lustigen dinge belohnt, die so auf fahrt passieren können, ganz zu schweigen vom wetter, das nur zwischen sonnenschein und gewitter zu schwanken schien.
carsten