winterlager im schnee? tja, das letzte winterlager mit richtig viel schnee, an das ich mich erinnern kann, war vor ein paar jahren in der oberpfalz. aber man soll ja die hoffnung nicht aufgeben und vielleicht würde uns das schneeglück in gadernheim - also fast vor unserer haustür - holder sein, als im fernen breitenstein oder im erzgebirge. um es kurz zu machen: wir wurden wahrlich nicht enttäuscht. schon am abfahrtstag lag überall in wiesbaden schnee und je mehr wir uns dem odenwald näherten, desto heftiger schneite es. in gadernheim angekommen, mußten wir feststellen, daß es gar nicht so einfach werden würde, unser ganzes material zur hütte zu schaffen, da wir bereits im ort an einer schneeglatten steigung hängen blieben. nicht zuletzt der rege verkehr einheimischer autofahrer sorgte dafür, daß wir diese stelle mehrfach in angriff nehmen durften, ohne es jedoch voll-ends hinüber zu schaffen. weder kräftiges schieben, noch die 10 kg sand, die ich im auto hatte, halfen etwas. rettung brachten erst uwes schneeketten, mit deren hilfe wir die autos schon mal bis zum waldparkplatz brachten. hier ging es wieder nicht weiter. so be-gannen wir bereits, lebensmittel, gepäck und material auszula-den, um sie den restlichen kilometer zur hütte zu schleppen, während es weiter kräftig schneite. doch zum glück, gelang es uwe in einem funkenschlagenden fahrkunststück, seinen wagen mit den schwergewichtigen lebensmitteln um die ei-gentlich unpassierbare kurve zu wuchten und bis fast zur hütte zu fahren. so mußten wir unseren krempel nur noch durch den kniehohen schnee den berg zur hütte emportragen, bevor wir ziemlich erschöpft uwe verabschiedeten und es uns drinnen gemütlich machten. dank heißem tee und einem reichlich späten abendessen ging es uns bald besser. hatte ich erwähnt, daß es die ganze zeit geschneit hatte? nun, als wir am morgen aufwachten, waren fast alle spuren ver-schwunden - bis auf die frische spur die eine tapfere person in rich-tung stilles örtchen durch den tiefschnee gezogen hatte. nach dem (späten) frühstück ging es ans holzholen. schon bald waren wir alle mehr oder weniger hüfttief im schnee versunken, wobei der tiefschneepreis wohl an anas, yami und timm gehen dürfte, die einen monströsen baum anschleppten. nachdem das widerspenstige und tiefgefrorene holz zersägt und verstaut war, verbrachten wir den nachmittag mit kartenspielen bevor es ans "mittagessen" (und noch viel später an abendessen) ging. schon war der sylvester gekommen. inzwischen hatten wir zwar ein paar trampelpfade rings um die hütte gezogen, aber wer diese wege verließ, versank unweigerlich im schnee. frühmorgens (also so gegen 10 uhr) machten wir uns auf den weg ins schwimmbad um auch ja sauber ins neue jahr zu gehen. als wir dann am nachmittag zurückkehrten, hatten wir mit blauen walen, grünen haien und anderen nicht ganz so brutalen was-serrutschen bekanntschaft gemacht, ewig den whirlpool blockiert oder versucht, bei starkem seegang nicht vom reifen geschubst zu werden. doch nun wartete ein sehnlich erwarteter höhepunkt auf uns: das sylvesterbuffet. nun, bevor es als buffet vor uns lag, durften wir noch kräftig schnipseln, rühren und brutzeln. krönung des abends waren sicherlich der von yami gespon-sorte braten sowie danies pilzsoße. wir waren so mit dem es-sen beschäftigt, daß uns das neue jahr beinahe entgangen wäre. schnell eilten wir hinaus, gerade noch rechtzeitig, um im fackelschein das neue jahr begrüßen zu können. dank des glitzernden schnees

war es ziemlich hell, was alsbald zum lustigen fackelwerfen durch
henning und timm führte (die show ist aber noch nicht ganz
bühnenreif...). schließlich gingen wir wieder hinein und saßen
noch eine weile zusammen, bevor wir uns in unsere schlafsäcke
verkrochen. doch an schlafen war noch nicht zu denken, den lange zeit flogen
noch selbstgeschmie-dete reime hin und her, bis uns reimkönig christian
mit diesem meisterwerk zur ruhe mahnte: "die flöhe wären hell
entzückt, wenn ihr jetzt
die matratzen drückt." zur besten
frühstückszeit, also gegen 11 uhr, standen wir an neujahr auf und
beschlossen, dieses gleich ins mittagessen und kaffeetrinken übergehen
zu lassen (mit kurzen pausen dazwischen natürlich). dann stand
kerzengießen auf dem pro-gramm und schon bald entstanden vielfarbige
kunstwerke in immer neuen variationen. irgendwann nach mitternacht gingen wir
schlafen. und schon war der letzte tag in gadernheim angebrochen. strahlender
sonnenschein begrüßte uns beim hinausschauen. bald nach dem
großen reste-frühstück fingen wir an, zu packen. der schnee
hatte ein einsehen und so konnten wir zum glück mit den autos bis unter
die hütte fahren, an-statt alles kilometerweit zu schleppen. schneller
als gedacht waren wir fertig mit packen und aufräumen und konnten
aufbrechen. ohne große probleme erreichten wir wieder die zivilisation,
wo inzwischen das euro-zeitalter angebrochen war. ein schönes
winterlager war zu ende. und noch ein wort zum schnee: obwohl wir anfangs
über ihn geflucht haben, ist er doch ein wichtiger bestandteil eines
winterla-gers: es ist eben was anderes, ob man im schlamm hängen bleibt
oder im schnee; ob man vom holzholen im tiefschnee naß ist oder weil es
wie aus eimern schüttet, ob man unter den füßen eine matschige
pampe schmatzen hört oder das knirschen des über nacht gefallenen
schnees oder ob man, wenn man aus dem fenster sieht eine glitzernde
weiße welt sieht statt eines braunen einerleis. schnee macht spaß!
carsten